Projekt „Ammersee-Ultra“ – 12/23

Zweite Umrundung mit noch mehr Wasser

128 Leser 4 Minuten Lesezeit

Vier Wochen ist der erste Versuch der Ammersee-Umrundung her. Kurz vor Weihnachten nun also der zweite Versuch und schon wieder ohne Ideengeber des Ultra-Pfarrers Andy Gatz, der kurzzeitig verhindert war. Auch diese Umrundung steht unter keinem guten Stern, denn das Tauwetter hat Unmengen Schmelzwasser in den See gespült …

Dieses Mal geht es gegen den Uhrzeigersinn um den Ammersee, aber wieder in Dießen ab den Parkplätzen am Sportpark, wo man noch ein paar kostenlose Parkplätze vorfinden kann.  Anstatt des 🔗Topo Atmos Roadschuhs, der vor vier Wochen Opfer einer Fehleinschätzung des „Uferwegs“ am Ostufer war und mehrfach untergegangen ist, kam heute der erst im Februar 2024 launchende Topo MT-5 zum Einsatz. 🔗Testbericht zum Topo MT-5 hier.

Rund um den Ammersee

Wie schon beim ersten Rundlauf gelernt: es gibt keine Runde auf einem asphaltierten Weg, sondern vor allem am Ostufer ab Stegen im Norden eine Menge Wald- und Wurzeltrails, gerne mit tiefen Matschlöchern und unbefestigte Trails direkt am Wasser – oder eben auch darunter. Die Herausforderung im Süden ist die Umgehung der Landstraße, um einem frühzeitigen Ableben entgegenzuwirken, denn hier gibt’s keinen Fußweg. 

Start also ab Parkplatz Sportplätze am Kurpark in Richtung Raisting auf der Straße, die später zum Trail wird und über ein paar Holzbrücken, Wiesen und Waldwege immer in Richtung Erdfunkstelle verläuft. Mit einem kleinen Links-Rechts-Schlenker geht es dann auf einem Feldweg und großem Abstand zum Seeufer und der Landstraße Richtung Osten. Erste grandiose Idee: Möglicherweise geht auch ein Abkürzen, da man sonst so gar nicht in Zielrichtung läuft. Hätte ich mal zwischendurch auf die Komoot-Karte geschaut, wären mir 2-3km, nasse Schuhe und Socken und eine halbe Stunde Botanik erspart geblieben. An dieser Stelle also der gute Tipp: es gibt keine praktikable Abkürzung zwischen Raisting und Fischen ohne Schlauchboot! Nimm den vom Navi gezeichneten Weg, es spart Dir Zeit und Nerven, auch wenn es lang erscheint.

 

Der Uferweg als Wasserstraße

Nach Fischen und in Richtung Herrsching ist der Uferweg bei Hochwasser absolut keine Option! Das Wasser steht hier auf dem Weg bis zu 20cm hoch und bis an die Gartenzäune, das Umlaufen klappt nur an der Bundesstraße und die hat im Übrigen nur im Süden eine Fahrrad- und Fußgängerspur, im Norden nicht! Mehrere Versuche doch mal zu schauen, ob es nicht doch geht, waren Kilometerschinderei.

 

Die Sache mit der Seegrenze

Der Ammersee hat ein Kuriosum zu bieten, welches ihn einerseits so reizvoll aber auch schwierig macht, denn der komplette See und die Westseite gehören zu meinem Heimatlandkreis Landsberg am Lech. Die Orte am Ostufer aber zum Landkreis Starnberg. Das Kuriose aber, die Küstenlinie und auch der direkt daran liegende Uferweg gehören wiederum zu Landsberg am Lech. Schön ist, dass es deswegen keine echten Seeanlieger gibt und alle Grundstücke vor dem Uferweg enden. Ganz offensichtlich ist aber deswegen die Motivation den Uferweg zu kultivieren eher gering. Über mehr als Kettensäge und Machete geht es oft nicht hinaus. Man weiß also selten, was dieses Mal wieder eine saubere Umrundung verhindert.

 

Der Ammersee-Uferweg auf der Nordseite

Mal abgesehen von Sturm, war der gewählte Zeitpunkt wohl der dämlichste des ganzen Jahres, denn ab Herrsching wurde es noch schlimmer mit Wasser und Matsch. Es musste der komplette Uferweg in den angrenzenden Orten umlaufen werden, teilweise mit ein paar Abschnitten im Wald. Bis nach Stegen kamen so gut weiter 2km Umweg zustande. In Stegen, am Nordufer, stand dann sogar die komplette Seepromenade unter Wasser und auch der Zugang zur Amper hatte die umliegenden Wiesen annektiert und zum See erklärt. Damit entfiel nun auch die Abkürzung am nördlichen Ufer in Richtung Schondorf. Selten so viel Wasser gesehen… Schuhe zum wiederholten Mal komplett ge-Ubootet.

Der Rest verlief harmlos, denn ab Schondorf gibt es asphaltierte und Wanderwege durch die Wälder und ich konnte die Tour mit schlussendlich 50K in Dießen zu Ende bringen. Eine nette Begegnung gab es noch am Seesteg von Dießen, als mich zwei Herrschaften fragten, ob ich denn wohl der Wigald Boning wäre. Meine Güte, Wigald, Dein Bekanntheitsgrad in Deiner Hood ist schon sagenhaft. Ich verneinte und freute mich sehr über die Rückfrage, ob ich denn dann der Wüstenmann bin… Der bin ich wohl. Kann ich mir nix von kaufen, ist aber trotzdem nett.

Teil 3 des Ammersee-Ultra

Wird es einen dritten Ultra um den Ammersee geben? Vermutlich! Zweimal innert 4 Wochen ohne den Urheber der Idee, Andy. Das schreit nach einem dritten Anlauf. Und zwar an einem Wochenende ohne Tauwetter und Hochwasser, ohne Sturmböen und ohne „The day after the storm“, denn das letzte Sturmtief „Zoltan“ über satte 5 Tage hat die Ostufer-Küstenlinie ziemlich verwüstet.

 

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