Praxis-Test: Petzl Nao RL

Review der Trailrunning-Stirnlampe von Petzl

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Die Petzl Nao RL sieht man vor allem bei vielen Ultra-Trailrunnern, denn sie vereint eine ganze Reihe Ansprüche und bietet mit 1500 Lumen Peakleistung totale Erleuchtung. Das sensorisch gesteuerte Reactive Lighting verhindert zudem ständige Fummelei am Lichttaster. In unserem Test haben wir die Nao RL ausgiebig auf dem Trail und vor allem im absolut dunklen Wald getestet.

Optisch gewöhnungsbedürftig ist sie ja, die Petzl Nao RL. Zugunsten des Gewichts und der Verstellbarkeit verzichtet die Nao RL auf das umlaufende Stirnband und setzt dieses nur an der Stirn ein. Den Rest erledigt ein hochflexibles und Schnursystem mit Kabelführung und, bei Bedarf, eine Erweiterung zur Montage zwischen Akku und Seitenteilen. Schaut kurios aus, funktioniert bestens und fühlt sich auch gut an. 5 Jahre Garantie gibt es auf die Lampe, 2 Jahre auf den Akku – das ist absolut fair. Wir fassen die Specs aber zunächst einmal zusammen:

Ausstattung der Petzl Nao RL

  • Stirnlampe mit 9 gleichartigen, neutralweiße LEDs im superleichten Stirnreflektor. Eine weitere, deutlich stärkere mit deutlich größerem Reflektor. Der Typ der LEDs (Cree, SST … bleibt auch nach Rückfrage beim Hersteller Firmengeheimnis)
  • Jeweils drei Helligkeitsstufen innerhalb der beiden Modi „Standard Lighting“ und „Reactive Lighting“ -> Maximale Laufzeit / Standard (ausgewogen) / Maximale Leistung
  • integrierter Lichtsensor für „Reactive Lighting“
  • 1500 Lumen Peakleistung (nur im automatischen Reactive Lighting Mode)
  • mögliche Dauerleistung: 900 Lumen (auch im Constant Lighting Mode)
  • stufenlose Höhenverstellung
  • Rotes Rücklicht im Wechselakku mit Dauerlicht oder als Blinklicht
  • elektr. Verriegelungsmodus gegen unbeabsichtigtes Einschalten
  • wechselbarer Petzl R1 Li-Ion Akku mit 3200 mAh (11.84 Wh, Akkutyp 18650 – zylindrisch)
  • USB-C Ladeport am Akku (Kabel inklusive, kein Ladegerät)
  • Ladezustandsanzeige am Akku mit 5 Segmenten
  • Gewicht: 145g inkl. Akku / 69g ohne Akku / 76g Akku (nachgewogen)
  • IPX4 Dichtigkeit (Spritzwasserschutz)
  • Baukörper aus Kunststoff
  • 5 Jahre Garantie auf die Leuchte, 2 Jahre auf den Akku oder 300 Ladevorgänge
  • Lieferung in Kartonage
  • kurzes Ladekabel (USB-C / USB-A), Kopfbänder inklusive
  • Shell LT Transportbeutel in transluzenter Ausführung (als Lampion nutzbar)
  • Preis: 159,95 Euro UVP

Werksangaben Petzl

Leuchtleistungen nach dem ANSI-/PLATO-FL-1-Standard
BeleuchtungstechnologieLichtfarbeLeuchtstufenLichtmengeLeuchtweiteLeuchtdauerReservelicht
REACTIVE LIGHTING®WeißMAX BURN TIME15 bis 250 lm70 m10 bis 64 Std.10 lm während 2 Std.
STANDARD30 bis 550 lm100 m5 bis 40 Std.
MAX POWER50 bis 1500 lm200 m2 bis 24 Std.
STANDARD LIGHTINGMAX BURN TIME10 lm10 m80 Std.
STANDARD250 lm70 m5 Std.
MAX POWER900 lm140 m2 Std.
Rotlicht am HinterkopfDauerlicht2 lm2,5 m78 Std.
Blinklichtsichtbar in 150 m Entfernung während 400 Std.
 

Ein erster prüfender Blick …

Wie gesagt, ein leicht ungewohntes Bild gibt die Petzl Nao RL ab. Doch das relativiert sich sehr schnell, hat man es erst einmal auf dem Kopf. Denn hier sitzt das System sehr angenehm und lässt sich zudem einfach anpassen und mit den beiden zusätzlichen Oberkopfriemchen noch stabilisieren. Ist man die eher traditionellen Stirnlampen, wie z.B. auch die Petzl Swift RL gewohnt, die in ihrer kompakten Bauform daher kommen und hinter der Lichteinheit Kühlbleche und Rippen aufweisen, ist die Nao RL schon verwunderlich. Die große Lichteinheit wiegt fast nichts, ist gut hinterlüftet und kommt mit einem kaum sichtbaren Kühlblech aus. Wirft man das System an, entwickelt die Nao RL aber eine absolut beeindruckende Lichtfülle mit einem sehr guten Lichtkegel, der sich für das Trailrunning sehr gut eignet. 

Die Erstmontage des Akkus ist ein wenig fummelig und erschließt sich eventuell nicht direkt. Ein Blick ins Manual hilft. Gleiches gilt auch für das Spinnennetzartige „Kopfgerüst“.

 

Die Leuchtmittel der Petzl Nao RL

Leider ließ sich Petzl nicht entlocken, welche LEDs zum Einsatz kommen. Das ist nicht weiter tragisch, denn das System aus 9 LEDs mit gleichem Reflektor und einer High Power LED mit großem Reflektor weiß direkt zu überzeugen. Während die High Power LED für den Fernbereich Licht entwickelt, sind die 9 weiteren für den Nah- und Mitteldistanzbereich zuständig. High Power LED und der Reactive Lighting Sensor sind nebeneinander und zentral in der Lichteinheit verbaut.

Hervorzuheben ist vor allem im Max Power Betrieb mit voller Lichtleistung, dass keine besonders erwähnenswerte Wärmeentwicklung stattfindest. Das habe ich bei derart leistungsstarken Leuchten auch schon ganz anders erlebt mit annähernder Verbrennungsgefahr. Die Nao RL bleibt auch bei 1500 Lumen vollkommen unbeeindruckt und liefert ohne bedenkliche Wärmeentwicklung ab. Das spricht für hochwertige LEDs, die nicht am oberen Ende ihres Wirkungsbereichs operieren müssen.

Die maximale Lichtausbeute von 1500 Lumen ist wie bei allen mir bekannten Stirnlampen mit Werten auf dieser Flughöhe ein kurzzeitiger Peakmodus. Alle mir bekannten Stirnlampen bieten derart hohe Lichtwerte nur auf einer Zeitachse bis zu einer Minute, bis deutlich oder eher schleichend abgeregelt wird, um sich wieder von einer Temperaturspitze zu entfernen.  Auch die Petzl Nao RL macht hier keine Ausnahme, regelt aber eher gemächlich und soft ab – bis sie auf einem immer noch sehr hohen Lichtwert (siehe im nächsten Kapitel) resident bleibt.

 

Der Reactive Lighting Modus

Einige Hersteller spielen mit Auto-Modi herum. Leider bedeutet das nicht so selten, dass der geschaltete und vom System berechnete Modus ein Lichtbild erzeugt, mit dem ich persönlich nicht im Hochgebirge unterwegs sein möchte – sprich: zu dunkel! Reactive Lighting soll die Leuchtkraft an die aktuelle Helligkeit der Umgebung anpassen und so die generelle Laufleistung des Systems optimieren – bis zu 5 Stunden sind laut Petzl möglich. Ein solcher Test ist natürlich sehr schwer nachzustellen, weil niemand die genauen Parameter von Petzl kennt. Ich habe die Nao RL aber über die Wintermonate sehr viel eingesetzt und das vor allem bei starker Dunkelheit, teilweise bei starker Bewölkung und im Wald. Unter diesen Bedingungen werden keine 5 Stunden erreicht, eher 3 Stunden. Mit besseren Lichtverhältnissen, wechselnder Straßenbeleuchtung, Mondlicht etc. pp sind sicherlich 4 Stunden plus X möglich – im urbanen Bereich vielleicht auch die Werksangabe. Reactive Lighting kann in den 3 Modi laufen, die auch das Standard Lighting vorsieht. 

Zunächst ist die Funktion ungewohnt und kann irritieren, wenn man eine fixe Leistung gewohnt ist, die immer tolle Ergebnisse liefert. Reicht der Akku für „alles was drin ist“ aus, ist das sicherlich auch die ideale Lösung. Auf Ultra-Trails wie einige UTMB-Rennen oder gar Ultra-Trails im Winter (Kullamannen in Schweden), die im Dunkeln starten und 10 Stunden Dunkelheit in der ersten Nacht mit sich bringen, sind andere Fähigkeiten gefragt. Hier macht Reactive Lighting sehr viel Sinn und kann das Mitführern unzähliger Akkus verhindern.

Meine Erfahrungen mit Reactive Lighting in der Petzl Nao RL sind positiv. Das System ist zwar etwas träge und reagiert bei Kopfschwenks nicht sofort, dann aber mit einem Lichtszenario, welches ich nahezu immer als angemessen empfand. Bei anderen Systemen die weniger gut funktionieren fingert man am Ende doch immer wieder selbst an der Leuchte herum, um den Output zu erhöhen – nicht so bei der Nao RL. Ändern sich die Lichtverhältnisse der Umgebung immer wieder, schaltet die Sensorik zwischen mehreren Modi um – das kann nerven, spart aber Strom.

Die maximale Leuchtkraft von 1500 Lumen ist in Reactive Lighting eher nicht zu sehen. Ich konnte kein Szenario finden, bei dem dieser extreme Wert abgerufen wurde – und wenn doch, dann nur sehr kurz. 

 

Der Constant Lighting Modus

Im Standard Modus (Constant Lighting) liegt der höchste schaltbare Modus bei 900 Lumen, was ein extrem helles und gleißendes Licht bedeutet, welches mehr als ausreichend für jegliche Aktivität in meinem Trailrunning-Kosmos ist. Laut Anleitung soll dieser Wert dauerhaft schaltbar sein und in etwa 2 Stunden diese Leistung bringen. Das kann ich allerdings technisch nach einer Messung mit einer Lichtmessungs-App nicht nachvollziehen (siehe Screenshot). Der maximale Wert von 900 Lumen (Angabe Petzl) wird nach etwa einer Minute verlassen und sinkt innerhalb von etwa 4 Minuten auf einen relativ konstanten Wert deutlich darunter. Dieser Lichtwert reicht immer noch für das Trailrunning aus und kann auch jederzeit wieder durch einen manuellen Schaltvorgang angehoben werden. Er ist aber eben nicht wirklich konstant.

Luxmessung der Petzl Nao RL auf der Zeitachse bis 25 Minuten (Ausgangswert 1500 Lumen)

Luxmessung der Petzl Nao RL auf der Zeitachse bis 25 Minuten (Ausgangswert 1500 Lumen)

Der Leuchtkegel

Der ausgeleuchtete Bereich der Nao RL ist ein wenig schmaler als bei der Swift RL, dafür aber etwas heller. Letztlich sprechen wir über Nuancen, die keine Bedeutung haben. Im oberen Constant Lighting Bereich mit 900 Lumen entsteht ein hervorragendes Lichtbild. Allerdings wissen wir bereits, dass dieser Bereich nicht konstant gehalten wird, sondern langsam dimmt. Der 250 Lumenbereich ist ein wenig mager für das Trailrunning, sofern die Strecke anspruchsvoll ist.

Im Reactive Lighting leuchtet die Nao RL irgendwo in einem Bereich zwischen diesen beiden Werten und liefert damit ein sehr gutes Lichtbild, auch für Trailrunning im Gebirge. Es empfiehlt sich also tatsächlich diesen Modus zu nutzen.

Petzl Nao RL im Constant Lighting Max Mode (900 Lumen)

Petzl Nao RL im Constant Lighting Max Mode (900 Lumen)

Akku der Petzl Nao RL

Bevor man die Nao RL mit dem Akku R1 in Betrieb nehmen kann, muss der USB-C Verbindungsstecker zur Lichteinheit in die Haltevorrichtung eingesetzt werden. Möglicherweise ergibt sich dieser Vorgang nicht intuitiv und es ist zu empfehlen die Anleitung zu lesen. Der Wechselakku R1 lässt sich danach recht einfach über eine Schiene auf diesen Stecker schieben und rastet hörbar ein. Umgekehrt lässt er sich auch mit Druck auf eine Entriegelungstaste wieder herausziehen. Feine Lösung, die auch mit dünnen Handschuhen sehr gut funktioniert. 

Der Akku wird also extern geladen, nicht am Gerät. Das ist eine sehr gute Lösung, wenn ein Tauschakku vorhanden ist und die Akkulaufzeit nicht reicht. Gleichzeitiges Laden und Licht funktioniert im Umkehrschluss nicht mit einem einzelnen Akku.

Verbaut ist ein zylindrischer 18650 Li-Ion Akku Ausführung mit 3.7V und 11.84 Wh. Ich hatte anfangs Zweifel ob in das Gehäuse ein 18650 passt, geht aber. Mit 3200 mAh handelt es sich dabei um eine Version am unteren Ende der Leistungsskala, denn es gibt deutlich stärkere Akkus mit weitaus höherer Leistungsdichte. Allerdings werden diese im Betrieb auch sehr warm, um nicht heiß zu sagen. Immerhin hat der Akku nun 100mAh mehr als noch beim Vorgängermodell. Beim vorliegenden R1 ist auch nach langem Betrieb kaum Wärmeentwicklung zu fühlen und das ist überaus erfreulich. Die Leistungsabgabe ist absolut stabil und ist in meinen Tests unbeeinflusst von Außentemperaturen erfolgt. Wer mag, kann den Akku auch als kleine Powerbank nutzen und z.B. ein Smartphone damit (anteilig) aufladen. Dass ein Austauschakku 65 Euro kosten soll, ist dagegen ernüchternd. Da hilft auch das integrierte Rücklicht nur wenig tröstend hinweg – der Straßenpreis liegt immerhin bei schon deutlich besseren 46 Euro.

Eine weitere Funktion relativiert den hohen Anschaffungspreis: das integriertes Rücklicht.

Petzl R1 Li-Ion Akku der Nao RL im Lademodus mit Segmentanzeige

Petzl R1 Li-Ion Akku der Nao RL im Lademodus mit Segmentanzeige

 

Nachladen des Akkus

Der USB-C Ladeport am Akku liegt neben dem Akku-Zustandstaster und den LEDs. Das ist nicht ideal, stört aber auch nicht wesentlich – die Zustandsanzeige ist auch so noch ablesbar. Das komplette Laden des Akkus nimmt 3 Stunden 30 Minuten in Anspruch, Solange geladen wird, blinkt die Segmentanzeige Grün – abhängig von der Ladeleistung langsam bis schnell (umso schneller, desto höher ist die Ladeleistung). Bei vollem Akku leuchten alle 5 Segmente dauerhaft grün.

Hier die Aufschlüsselung des Ladezustands per LED-Segmente:

  • Fünf Lichter an: 100 % – 80 %
  • Vier Lichter an: 80% – 60%
  • Drei Lichter an: 60% – 40%
  • Zwei Lichter an: 40% – 20%
  • Ein Licht an: 20 % – 1 %

Ist das Reactive Lighting oder der aktive Lichtmodus mit der verbleibenden Akkukapazität nicht mehr dauerhaft aufrechtzuerhalten, schaltet das System in den Reservemodus um. Fünf Minuten vor dieser Umschaltung wird dies durch das Blinken des Hauptlichts angekündigt. Beim Umschalten in den Reservemodus mit 10 Lumen blinkt das Hauptlicht erneut. Dieser Modus eignet sich nicht für Trailrunning, wohl aber für das Wandern.

 

Der Akku als Powerbank

Für Notfälle kann der Akku auch als Powerbank fungieren und z.B. ein Smartphone, eine Smartwatch oder auch einen Notfallmessenger wie den Garmin inReach aufladen. Für Uhr und Messenger reicht der Akku vollkommen problemlos für eine volle Ladung – aktuelle Smartphones lädt der Akku mindestens zu 50% auf.

 

Rückleuchte

Eine schöne Funktion des R1 Akkus ist das als Lichtband integrierte Rücklicht. Dieses aktiviert sich automatisch im Blinkmodus, sobald die Lichtquelle aktiviert wird, kann aber auch unabhängig davon und ohne Verbindung zur Leuchte über den Taster oberhalb der fünfstelligen Ladezustandsanzeige aktiviert werden. Sobald das Leuchtband blinkt, lässt es sich mit einem weiteren Tasterdruck in den Dauermodus umschalten und leichtet dann durchgehend.

Der erwähnte Taster verfügt übrigens auch über eine Lockfunktion, mit der unterwegs das unbeabsichtigte Einschalten der Leuchte verhindert werden kann.

Petzl Nao RL Rücklicht LED-Lichtleiste

Petzl Nao RL Rücklicht LED-Lichtleiste

 

 

Praxistest und Test-Fazit der Petzl Nao RL

Die Lampe wurde über die Wintermonate sehr oft im Trailrunning eingesetzt. Darunter zahlreiche Trainingsläufe im stockdunklen Wald, bei Nebel, Schneefall, Regen und bei Temperaturen von bis zu Minus 10 Grad Celsius. Parallel dazu nutze ich auch die Petzl Swift RL und andere Leuchten im direkten Vergleich. Es wurde sowohl der Constant Lighting Mode als auch das sensorgesteuerte Reactive Lighting benutzt.

Letztlich war es die Nao RL, die mich von allen Testkandidaten am meisten angesprochen hat.  Nicht wegen des extrem hohen Peaklevels von 1500 Lumen, der nicht nur bei Petzl vermutlich eines der Hauptargumente für den Kauf sein sollte, sondern wegen des Gesamtpakets. Max-Werte jenseits der 1000 Lumen halte ich persönlich für reines Marketing. Man braucht selbst im schwierigen, alpinen Gelände keine 1000 plus X Lumen. Viel wichtiger ist eine sehr gute Ausleuchtung im mittleren und im Nahbereich, die möglichst lang ohne Akkuwechsel zur Verfügung steht. Die bei der Nao RL erfahrenen Werte sind gut und qualifizieren sie für Trailrunning bei Nacht. Es gibt Leuchten mit stärkeren Akkus, das sei gesagt – diese wiegen dann halt auch mehr. Und damit sind wir bei einem wesentlichen Punkt der Nao RL: dem Gewicht am Kopf.

Was das System Nao RL an Gewicht am Kopf verteilt, ob mit oder ohne die optionalen Kopfstreben, ist Oberklasse. Durch die Trennung von Lichtkörper und Akku ist die Stirnabteilung extrem leicht und wippt auch nicht. Der Akku am Hinterkopf ist kaum spürbar. Das Flexband lässt sich sehr gut auf die Kopfgröße einrichten, übt keinen Druck aus und lässt sich mit den beiden Zusatzbändern auch noch zusätzlich als Oberkopfarretierung ergänzen. Ich habe das ausprobiert, hätte dafür aber gar keinen Bedarf.

Die Bedienung ist relativ einfach zu verstehen. Ein Taster an der Unterseite der Lichteinheit steuert alles. Zwischen den drei Programmen eines Modus wechselt man per kurzem Tastendruck. Ein langer Tastendruckt wechselt in den anderen Modus. Ich würde es hilfreich finden mit einer kleinen Indikator-LED den Modus erkennen zu können.
Mit Handschuhen ist das Bedienen des Tasters erschwert.

Der Lichtkegel der Petzl Nao RL ist einen Tick schmaler als bei der Swift RL, dafür habe ich die generelle Ausleuchtung als geringfügig besser empfunden. Beide Leuchten spielen hierbei auf sehr hohem Niveau.

Die Akkuleistung bewerte ich als befriedigend bis gut. Da es auch deutlich stärkere 18650-Akkus mit über 5000 mAh gibt, stellt sich die Frage, warum nicht ein solcher zum Einsatz gekommen ist. Dies hätte die Laufleistung der Nao RL erheblich verbessert. Aber vielleicht kommt als Update des R1 ein solcher Akku noch auf den Markt.

Der Straßenpreis der Petzl Nao RL liegt aktuell bei etwa 110 Euro und somit satte 50 Euro unter dem UVP. Angesichts solcher Angebote kann man die Nao RL nur als extrem gutes System bewerten. Für mich ist, Stand heute, die Nao RL möglicherweise das System der Wahl, wenn es im November zum Kullamannen Sprint Ultra 100K geht.

 

Pro/Contra

  • PRO Extrem leicht am Kopf
  • PRO sehr gute Passform am Kopf / einstellbar / kein Druckgefühl
  • PRO schnell wechselbarer Akku
  • PRO Reactive Lighting funktioniert gut, nur bei schnellen Schwenks langsam
  • PRO Sehr gutes Lichtbild für das Trailrunning
  • PRO Straßenpreis ist ein sehr gutes Angebot für diese Leuchte
  • CONTRA Taster an der Stirn mit Handschuhen schwer nutzbar
  • CONTRA Peakmode von 1500 Lumen nur im Reactive Lighting möglich
  • CONTRA Peakmode 900 Lumen im Constant Lighting dimmt

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