Alles wissen über Stirnlampen für das Trailrunning

Aktualisiert: 21.01.2024 - Alles über Headlights, LED, Akkus und Lumen

8,7K Leser 16 Minuten Lesezeit

In den letzten Jahren ist das Angebot an Stirnlampen für Outdoor-Abenteuer und Trailrunning förmlich explodiert. Marken wie Petzl, Silva, Ledlenser und einige mehr bieten derart viele Modelle an, dass einem bei der Kaufentscheidung schwindelig werden kann.  Doch welche Leuchte eignet sich für den gewünschten Einsatzzweck am besten oder muss man mehrere besitzen? Wir beleuchten in diesem Artikel den Markt für Trailrunning- und Laufsport-Beleuchtung. Ständig aktualisiert.

Fakten zu Stirnlampen

  • Eine Stirnlampe für Stadt-Läufer muss nicht die gleichen Anforderungen erfüllen wie eine Stirnlampe für Trailrunner! Wer eine Lampe für den urbanen Bereich mit Straßenbeleuchtung sucht, kommt mit deutlich weniger Leuchtkraft (Lumen) aus. Eine für urbane Umfelder konzipierte Stirnlampe kann in den Bergen, im Wald oder gar Off-Grid zu ernsthaften Problemen führen.
  • Viel Lumen bedeutet nicht zwangsläufig eine tolle Ausleuchtung. Du hast nichts von einer 3000-Lumen-Stirnlampe die den Oberförster in 300m Entfernung blendet, wenn Du links und rechts des Trails kaum etwas siehst und im Nahbereich über jeden Stein stolperst. In unserer Vergleichsliste und im Test berücksichtigen wir ausschließlich Stirnlampen mit mindestens 500 Lumen, die damit Trailfähig sind.
    Beachte: Eine ganze Reihe Lampen bieten diesen Lichtwert nicht dauerhaft, sondern als Spitzenleistung. Es ist wichtig eine Stirnlampe zu wählen, die dauerhaft ausreichend ausleuchtet und nicht nach kurzer Zeit in einen Notmodus abregelt.
  • Leuchtkraft und mehrere Lichtquellen benötigen viel Energie. Wäge ab, was Dir besonders wichtig ist: Leuchtkraft, Ausleuchtung, Laufzeit in den verschiedenen Modi, Bedienbarkeit auch mit Handschuhen, Rotlicht, Rücklicht, Tragekomfort, wechselbare Akkus …

 

Trailrunning-Stirnlampen | die Tabelle

Bitte beachte die Definitionen in der Fußnote
HerstellerModellPreisLumenWeite (m)LED¹RücklichtRotlichtBatterie²KapazitätWechselbarLadeportmin. Leuchtdauer³max. LeuchtdauerLadezeit⁴GewichtIP⁵Test
SILVATrail Runner Free 2 Hybrid100500802janeinLi-Ion / AAA1250 mAhjaUSB-C1.5h12.5h180m113gIPX5
LEDLENSERNeo9R11512002003janein2x Li-Ion 186505000 mAhjaMagnet5h120h330m199gIP54
LEDLENSERNeo5R62,906001002janeinLi-Polymer1800 mAhneinMagnet4h35h240m104gIP54
PETZLNao RL159,95150020011janeinLi-Ion 186503200 mAhjaUSB-C2h80h210m145gIPX4Test
PETZLIko Core84,955001007neinneinLi-Po / AAA1250 mAhjaMicro-USB2,5h100h210m79gIPX4
PETZLActik Core64,956001153neinneinLi-Po / AAA1250 mAhjaMicro-USB2h100h210m88gIPX4
SILVATrail Runner Free 285500802janeinLi-Po / AAAnicht enthaltenjaUSB-C1.5h12.5h180m113gIPX5
SILVATrail Runner Free 2 Ultra125550802janeinLi-Po / AAA4000 mAhjaUSB-C4,5h23,5h300m145gIPX5
SILVACross Trail 7 XT1706001402neinneinLi-Ion3500 mAhjaUSB-C4h16h240m207gIPX5
SILVACross Trail 7R1206001402neinneinLi-Ion2000 mAhjaUSB-C2,5h13h240m163gIPX5
SILVAFree 1200 XS17012001502janeinLi-Ion2000 mAhjaUSB-C1h15h180m230gIPX5
SILVAFree 1200 S22012001502janeinLi-Ion3350 mAhjaUSB-C1,5h25h270m263gIPX5
SILVAFree 3000 S30030002152janeinLi-Ion3350 mAhjaUSB-C40m25h270m293gIPX5
LUPINEPenta15011001205neinjaLi-Ion1800 mAhneinUSB-C1h120h150m86gIP67
LUPINEPiko38421002152janeinLi-Ion3500 mAhjaUSB-C1:15h80h110m180gIP67
LUPINEBlika43924002556jajaLi-Ion3500 mAhjaUSB-C1h12h110m205gIP67
LUPINEWilma54536002854neinneinLi-Ion6900 mAhRemoteUSB-C1:45h150h220m360gIP68
LUPINEBetty83154003607neinjaLi-Ion6900 mAhRemoteUSB-C1h150h220m390gIP67
FENIXHL32R-T69,908001322neinneinLi-Po / AAA1900 mAhjaUSB-C3h20h180m107gIP66
FENIXHM65R-DT104,9013001702neinneinLi-Ion 186503500 mAhjaUSB-C4h24h180m120gIP68Test
FENIXHL18R-T54,90500823neinneinLi-Po / AAA1300 mAhjaMicro-USB3h20hk.A.91gIP66
PETZLSwift RL109,9511001552neinjaLi-Ion2350 mAhjaUSB-C2h100h300m100gIPX4
LUMONITECompass v714912501101neinneinLi-Ion 186503500 mAhjaMagnet1:30h25h180m155gIP69
LUMONITEVector74,905001001neinneinLi-Ion2000 mAhneinMagnet2:15h25h180m77gIPX8
LUMONITEAir v229922312602neinneinLi-Ion3500 mAhjaMagnet2:30h30h120m330gIPX4
LUMONITENavigator v239935003005neinneinLi-Ion5200 mAhjaMagnet3h48h150m597gIPX4
LEDXSnok 2000 X-pand237,902000k.A.2janeinLi-Ion5000 mAhjaUSB-C1:30h48hk.A.325gIP65
BLACK DIAMONDDistance 150020015001174jajaLi-Ion1500 mAhjaUSB-C1:40h40hk.A.213gIP67
BLACK DIAMONDStorm 500-R705001003neinjaLi-Ion2400 mAhneinMicro-USB5h150hk.A.120gIP67
BLACK DIAMONDIcon 700707001403neinjaAAje nach Typjan.v.7h190h300gIP67

 

Eine Stirnlampe für die ganze Nacht…?

Mit diesem Slogan wirbt sich gut, klare Sache. Fragt sich erstens, wie lang die Nacht denn ist, die für die Aussage herangezogen wird und wie hell es denn sein soll? Wir setzen mal voraus, dass damit nicht die Mitternachtssonne am Polarkreis im Juni gemeint ist. Definitiv nicht gemeint, ist der jeweilige Spitzenwert, sondern ein deutlich niedrigerer Wert, der je nach Anbieter bei 100-300 Lumen liegt und somit nicht bei dem Wert, den wir uns in finsterer Nacht laufend vorstellen. Die maximale Leuchtzeit mit geradezu abenteuerlichen Angaben von teilweise mehreren Wochen hat mit dem Ausleuchten auch herzlich wenig zu tun. Hier sinkt der Helligkeitswert dann gerne auf das Niveau von Kennzeichenbeleuchtung ab. Das mag interessant sein, wenn man in einer Felsspalte auf Rettung warten muss oder im Camp die Wanderkarte mit dem Kompass neu ausrichtet, mehr nicht.

Keine Leuchte in dieser Übersicht bietet eine ganze mitteleuropäische Nacht lang akzeptable Trailrunning-Leuchtkraft ohne den Akku zu wechseln. Das ist mit aktueller Akkutechnik und LEDs auch gar nicht möglich, wenn der Rucksack nicht nur aus Akku besteht.
Das musste mal gesagt werden.

 

Rotlicht – das  braucht man doch nur auf U-Booten, oder …?

Bei so einigen Etappenrennen ist eine Rotlichtfunktion der Beleuchtung sehr erwünscht und wer schon einmal versucht hat im Camp möglichst schnell einzuschlafen, wenn vor dem Zelt lauter Compadres mit ihren hellen Weißlicht-Funzeln die Nacht zum Tage machen, bekommt Sehnsucht nach Rotlicht. Darüber hinaus ist das sanfte Rotlicht sehr augenschonend, wenn man auf helle Untergründe (z.B. Kartenmaterial, Ergebnislisten …) leuchtet, es wird weniger stark reflektiert und ist für die Augen dank seiner langen Wellenlange viel angenehmer. Das spiegelt sich auch in der Konzentrationsfähigkeit. Rotlicht dient dabei übrigens in der Regel nicht zur Ausleuchtung des Trails, sondern als Orientierungs- und Camplicht für den Nahbereich.

Rotlicht ist eine tolle Funktion, die leider in viel zu wenig Stirnlampen integriert ist.

 

Rückleuchten

Bei vielen Modellen mit Akkupack am Hinterkopf ist auch eine simple Rückleuchte integriert. Ein praktisches Feature das wenig kostet und einen hohen Mehrwert bietet. Auch hier schreiben einige Rennveranstalter das Vorhandensein inzwischen vor und man glaubt es kaum, an den meisten Trailwesten und Rucksäcken finden sich kaum Befestigungsmöglichkeiten für Cliplichter. Elastikbänder helfen wenig, man „läuft Gefahr“ das Rücklicht zu verlieren, das praktische Molle-System findet man sehr selten. Ein integriertes Rücklicht kann also ein sehr gutes Feature sein und kostet vernachlässigbar Akkukapazität.

 

Integrierte und Wechselakkus – was wählen?

Es muss kein Nachteil sein zu einem System mit einem integrierten (verbauten) Akku zu greifen. Oft kommen Stirnlampen mit integrierten Akkus in kompakterer Form daher, verzichten auf eine Akkubox am Hinterkopf und sind auch etwas günstiger. Wenn die Laufzeit ausreicht, kann ein solches System eine gute Lösung darstellen. Bei manchen Stirnlampen lässt sich ein defekter Akku im Service auch austauschen, aber eben nicht unterwegs. Moderne Leuchten haben einen USB-C Ladeport, ein Micro-USB-Port deutet auf ein tendenziell eher älteres Modell hin.

Stirnlampen mit Wechselakkus bieten den Vorteil auf langen Touren nicht zwangsläufig Energie sparen zu müssen. Ein Wechselakku gibt Sicherheit und bietet demnach die Möglichkeit mit höherer Lumenzahl auf dem Trail unterwegs zu sein.  Soll die Stirnlampe bei Ultras eingesetzt werden, die durch die ganze Nacht gehen, führt der Weg unweigerlich zu einem System mit Wechselakku.

Stirnlampen in kleiner Bauform mit einem kombinierten Akkuzylinder und darauf sitzendem Leuchtmittel brauchen ein gutes Kühlkonzept. Ansonsten kumuliert sich die entstehende Wärme und führt schneller zum Abregeln der Leuchtstärke. Es lohnt sich also darüber nachzudenken, ob es ggf. schlauer ist den Akku am Hinterkopf oder im Rucksack (remote) mitzuführen.   

 

Herstellerübersicht Stirnlampen

Black Diamond

Die Marke aus Utah (USA) ist eine feste Größe im Berg- und Klettersport und bekannt für hochwertiges Equipment. Das gilt auch für Beleuchtung im allgemeinen und Stirnlampen im speziellen.  Deutlich mehr als ein  Dutzend Modelle bieten sich an, wobei drei davon die Schwelle von mindestens 500 Lumen überschreiten und somit in Sachen Leuchtstärke, Lichtkegel und Akku für uns in Frage kommen.

Die Black Diamond Distance 1500 als Flaggschiff,  Icon 700 sowie Storm 500-R  sind tauglich für Trailausflüge. Die Zahlenwerte in der Modellbezeichnung geben dabei die maximale Leuchtstärke an. Ins Auge sticht die neue Distance 1500 mit ziemlich heftigen 1500 Lumen, die allerdings nur jeweils 10 Sekunden zur Verfügung stehen, bis die Leuchte in ein weniger akkufressendes Level herunterregelt. Wo dieses genau liegt, ist im kommenden Test zu eruieren. Von den technischen Daten her gesehen ist die Distance 1500 ein modernes System mit einem gar nicht übermäßig starkem Akku und einem ausgeklügelten Facettenlinsensystem sowie Diffusor für den Fern- und Nahbereich. Der Akku ist tauschbar und laut Black Diamond verspricht bei 600 Lumen und zwei Akkus satte 8 Stunden Ausleuchtung. Das reicht bei weitem nicht für eine ganze Nacht im Winterhalbjahr, ist aber schon ziemlich gut bei dem geringen Gewicht des Systems. Ein Rücklicht und auch eine Rotlichtfunktion sind integriert, beides ist eher selten und kann kaufentscheidend sein. Die 200 aufgerufenen Euro sind allerdings ebenfalls eine Ansage.

Leider sah sich der österreichische Vertrieb von Black Diamond nicht in der Lage auf meine Anfrage nach einem Testgerät zu antworten, weswegen es zunächst auch keinen Test geben wird. Sehr schade – denn diese Leuchte scheint Potential zu haben.

Black Diamond Distance 1500 | Stirnlampe

 

Für die beiden kleineren Modelle gilt: Rotlicht ist erfreulicherweise Standard und der aufgerufene Preis von 70 Euro ist absolut fair.

Die Storm 500-R erinnert an Petzl-Stirnlampen mit ihrem Kasten und ist deutlich kompakter als die Distance. Der Akku ist in der Box an der Stirn integriert und lässt sich nicht wechseln. Schade, aber immerhin bietet er 2400 mAh und somit eine gute Laufzeit. Aufgeladen wird per Micro-USB am Gerät selbst, das ist nicht mehr zeitgemäß, ein neues Modell wird vermutlich bald folgen. 

Die Icon 700 ist ebenfalls etwas länger im Programm und setzt auf eine wasserdichte Batteriebox am Hinterkopf für AA-Batterien, also kein Akkusystem. Verwendet man aber NiMH-Akkus, erhält man ein ähnlich leistungsfähiges und wiederaufladbares Beleuchtungssystem mit guter Lichtausbeute. Schade, nur dass die Box kein integriertes Rücklicht enthält.

 

Fenix

Taschenlampenfreunde und Outdoor-Abenteurer kennen die Marke Fenix aus China mit einem recht breiten Portfolio an allem was per LED für Erleuchtung sorgt. Und so finden sich auch drei Fenix-Stirnlampen in unserer Übersicht. Die für das Trailrunning geeigneten Stirnlampen kennzeichnet Fenix dankenswerterweise mit einem abschließenden „T“ in der Modellbezeichnung. Hier hat mal jemand mitgedacht, großartig!

Das Trailrunner-Topmodell ist auch gleichzeitig der Dauerbrenner bei Fenix: HM-65R-DT. Mit dem unter dem Leuchtkörper verbauten Akkufach für eine 18650er Li-Ion Zelle sieht das Teil so ähnlich aus wie Nachtsichtgeräte von Spezialeinheiten. Eine dem BOA-System nachempfundene Weitenregulierung des Kopfbands verringert den sonst üblichen Druck am Kopf wie sie durch Doppelschlaufen entstehen. Schöne Idee! Der Leuchtkörper aus 2 unabhängig schaltbaren Lichtquellen mit Tageslichtweiß und Warmweiß kann überzeugen, wirkt hochwertig und ist mit IP68 nun wirklich fast für Tauchgänge geeignet. Der starke Akku braucht nur wenig Platz und macht den Doppel-LEDs mit weißem und warmen Licht Beine bis zu 1300 Lumen als kurzzeitig verfügbares Spotlicht. 170m Reichweite sind in dieser Klasse ein ziemlich guter Wert, den wir als Trailrunner aber eher selten benötigen. Einen ausführlichen Testbericht zur Fenix HM65R-DT findest Du hier.

Die kleineren Modelle HL18R-T und HL32R-T gehen für 70 und 55 Euro über die Theke und bieten beide eine kombinierte Akku- und AA-Batteriebox am Hinterkopf, die es in ähnlicher Bauart auch von Silva und Petzl gibt. Eine sehr praxisnahe und pragmatische Lösung, denn so lassen sich Li-Ionen Akkus (mitgeliefert als 1900 / 1300 mAh Pack) gegen NiMH-AA Akkus oder sogar gegen Alkaline-Zellen aus dem Supermarkt tauschen. Mehr Flexibilität geht wirklich nicht. Mit 800 und 500 Lumen sind die beiden ebenfalls gut Trailtauglich.

 

Ledlenser

Die deutsche Marke Ledlenser hat sich mit ihren Stirnlampen in relativ kurzer Zeit einen sehr guten Ruf verdient und hat ein relativ großes Sortiment. Bei den System oberhalb der 500-Lumen-Grenze sind es zwei aktuell Modelle, die für viele Trailrunner sicher sehr attraktiv sind.  Neo5R (600 Lumen, 2 LEDs) und Neo9R (1200 Lumen, 3 LEDs) kommen recht minimalistisch daher. Anhand der technsichen Daten könnte man meinen die Neo9R kann alles doppelt so gut. Doppelte Lumenzahl, doppelte Reichweite (200m, extrem guter Wert in dieser Klasse), deutlich längere Basisleistung, weniger als doppelter Preis und mit 115 Euro sicher nicht zu teuer. Ziemlich fette 5000 mAh sorgen für 5 Stunden Licht mit 600 Lumen, was beeindruckt. Allerdings muss man mit dem Akkugewicht am Hinterkopf klarkommen. Wer das nicht will, kann den mitgelieferten Brustgurt benutzen.

Die kleinere Neo5R liegt beim Straßenpreis unterhalb der 50-Euro-Marke und ist mit ihren Features fast konkurrenzlos. Beeindruckend, was Ledlenser in Sachen Preis-Leistung anbietet.

 

LEDX

Schweden kennen sich mit Stirnlampen exzellent aus. Kein Wunder, wenn ein nicht unwesentlicher Teil des Landes im Winterhalbjahr eher wenig Sonnenlicht zu bieten hat! LEDX ist hochspezialisiert und deckt, wie bei uns Lupine, das hochpreisige Segment mit Stirnlampen-Flutlichtanlagen ab. Monsterleistung zu satten Preisen – irgendwie in Relation auch gerechtfertigt, aber trotzdem schockierend. Gibt’s auch bei uns in Deutschland, dann meist etwas teurer als umgerechnet in Schweden.

Die Snok 2000 X-pand ist zu umgerechnet knapp 200 Euro quasi das Sparmodell der Schweden und brilliert im schicken Alugehäuse und einem 2000 Lumen Heiligenschein. Dazu gesellt sich der extra auszuwählende Akku ab etwa 100 Euro. Sehr ausgewogene Lichtverteilung und Mischung aus diffusem und Spotlicht im Sichtbereich des Läufers und mit breiter Ausprägung an den Seiten.  Sehr wandlungsfähig ausbaubar für Fahrrad, Helmmontage, Remote Akkupacks in verschiedenen Größen und und und.

Mehr Leistung geht bei LEDX immer, wobei das nächste Kit (Mamba) inkl. Akku dann schon in Richtung 450 Euro tendiert und mit 4500 Lumen eher als Auto-Fernlicht Karriere machen könnte. Wir freuen uns auf den Test!

 

LUMONITE

Gerade sprachen wir über Schweden, nun sind die Finnen dran. Hier gibt’s im Winter ebenso düstere Aussichten auf Sonne und viel Bedarf nach richtig guten Stirnlampen. Wie LEDX in Schweden, baut man die dann auch gleich selbst in Finnland. Allerdings fängt das Sortiment hier schon bei angenehmen 75 Euro für das Modell Vector an und arbeitet sich dann über 150 Euro bei der Compass zu den zwei Hochleistungsstrahlern Air und Navigator hoch, die mit Reichweiten von 260 – 300 Metern auch den weit entfernten Eisangler wie in MIB ordentlich Blitzdingsen. Im Falle dieser beiden Boliden sind die Akkus am Gürtel, in der Weste oder im Rucksack mit einem Remotekabel zu tragen. Eine „Akkupack-Weste“ gibt’s dazu.

Da diese beiden Modelle bereits 2200 bis 3800 Lumen bieten, sparen wir uns die Vorstellung der 600 Euro teuren Leader, die vermutlich mit ihren 6800 Lumen (!!!) auch noch vom Mars als Lichtpunkt sichtbar ist. Wer also nicht ganz so dramatisch investieren möchte, wirft einen Blick auf die kleinen Brüder, die eher außergewöhnlich als Stablampen mit abgewinkeltem Leuchtkopf daherkommen und an Militär und Polizeitaschenlampen erinnern. Starke 18650er Akkus sorgen für super Durchhaltevermögen direkt am Leuchtenkörper.

 

LUPINE

Damit sind wir in der deutschen Edelschmiede Lupine angekommen. Seit vielen Jahren der Brand bei den Radsportlern, die gerne auf 24h Rennen unterwegs sind und lange Zeit auch weit über die deutschen Grenzen die absolute Referenz. Daran hat sich wenig geändert, auch wenn sich nun mehr Mitbewerber im Markt bewegen. Lupine baut keine speziellen Trailrunning-Stirnlampen, deckt diesen Bereich aber sehr gut mit der Penta ab.

Die darüber liegenden Modelle Piko, Blika, Wilma und Betty benötigen eine dicke Geldbörse. Dafür gibt’s dann aber auch reichhaltiges Zubehör, jede Menge Akkuvarianten, Remotekabel, Fernsteuerung, App-Konfiguration und und und. Lupine setzt Maßstäbe, auch für Trailrunner mit hohem Anspruch.

 

PETZL

Frankreich, Land der Trailrunner, Heimat des UTMB, von Salomon, Raidlight und so vielen anderen saucoolen Brands, die unseren Sport bereichern. Hier herrscht Petzl mit seinen Stirnlampen und nicht nur hier, vermutlich ist Petzl die meistgenutzte Marke für Trailrunningleuchten weltweit. Nicht ganz zufällig, denn das Programm ist groß, die Abstufung gut gewählt und die Preise absolut ok. Die Iko ist schon fast legendär, Swift und Nao treten das Erbe an und  bieten mit dem Reactive Lighting System mit bis zu 11 integrierten LEDs ein beeindruckendes Lichtbild. Dabei beurteilt eine Sensorik die aktuelle Helligkeit und passt das Lichtszenario automatisch an.

Swift RL und Nao RL (hier im Test) sind die neue Generation und sollten beim Wunsch nach einer Stirnlampe der oberen Mittelklasse definitiv in Augenschein genommen werden.

 

SILVA 

Und noch einmal Schweden. Riesiges Sortiment, viel Zubehör, tolle Technik und Design. Die Trailrunner Free gibt es inzwischen in zweiter Generation in drei Ausprägungen, wobei die erste Generation immer noch in unserem Rucksack als Backuplampe liegt und auch des Öfteren genutzt wird. Das clevere daran ist die Batteriebox mit wechselbarem Li-Po Akku und Akkufächern für AA Alkaline oder AA-NiMH-Akkus. Mit entsprechend starken NiMH-Akkus ist sogar mehr Leistung möglich als mit dem Li-Po Akku. Ein ähnliches System gibt es übrigens auch bei Petzl.

In der Klasse zwischen 150 und 215 Euro ist es die Free-Serie mit 1200 und 3000 Lumen Peakleistung, die einen Blick wert ist.

 

 

Begriffsbestimmungen

Lumen (lm)

Der Wert in Lumen beschreibt den Lichtleistung einer Lichtquelle. Umso höher der Lumenwert, desto heller die Lampe. Der Lumenwert gibt aber keinen Aufschluss über die Qualität der Ausleuchtung in Deinem Sichtfeld! Grundlegend reichen 20 Lumen für eine Notbeleuchtung, 100 Lumen auf beleuchteten Wegen, 500 Lumen für das Laufen auf befestigten Wegen im Dunkeln und 1000 Lumen (+ X) sind auch auf Trails und im Off-Grid die richtige Wahl.

 

Lux (Lx)

Auch Lux ist ein Lichtwert, allerdings findet er er bei den hier vorgestellten Leuchten keine Anwendung, weil der Luxwert die Lichtintensität auf einer Fläche beziffert, die uns weniger tangiert. Luxwerte lassen sich problemlos in Lumen umrechnen was für Dich vielleicht interessant ist, wenn Du mit einer App so ungefähr bestimmen willst, wieviel Licht Du auf dem Trail brauchst und dafür mit Lampen herumexperimentierst.

 

Kelvin

Ein überaus interessanter Wert, denn er beschreibt die Lichtfarbe der LEDs. Viele Stirnlampen kombinieren kaltes Licht mit wärmerem Licht und haben daher mehrere LED-Lichtquellen. Für die Augen ist das wärmere (gelblichere) Licht deutlich angenehmer als das besser ausleuchtende Kaltlicht einer Notaufnahme. Geht es um Distanz und superhelles Spotlicht, setzen die meisten Hersteller auf hellweiß strahlende Cree-LED-Chips.

 

Akku / Batterie

Die meisten Stirnlampen werden mit Li-Ionen oder Lithium-Polymer Akkus betrieben. Oft sind diese fest integriert und können nicht gewechselt werden. Das muss kein Mangel sein, wenn die Akkulaufzeit ausreichend ist. Für längere Trainings mit Lichtbedarf empfehlen sich dagegen Stirnlampen mit Wechselakku.

Parallel dazu gibt es auch Geräte mit Batterieboxen für AA- (Mignonzelle) und AAA- (Microzelle) Batterien. Hier können übliche Alkaline-Batterien aus dem Supermarkt verwendet werden. Es empfiehlt sich aber auf wiederaufladbare Akkus zu setzen, die oft auch eine höhere Laufzeit aufweisen.

Hersteller wie Silva,  Petzl und Fenix bieten auch kombinierte Systeme an, bei denen sich in die Batteriebox sowohl Lithium-Akkus als auch AA-Batterien als Alkaline oder NiMH-Akkus einsetzen lassen.

Für alle Batterietypen gilt: Umso kälter die Umgebungstemperatur, desto kürzer fällt die Laufzeit aus!  Ein Akku der im Sommer mit 2000 mAh für 2 Stunden eine fixe Lichtstärke sicherstellt, wird bei Minusgraden merkbar kürzer Licht spenden. Kälteschutz ist daher auch für Batterien und Akkus nicht unbedeutend – vor allem nicht bei Night Runs auf Events im Gebirge. Achte immer darauf, auf deutlich mehr Akkukapazität zurückgreifen zu können als berechnet. Es empfiehlt sich darüber hinaus eine Notfallleuchte dabei zu haben.

 

IP/IPX

Der IP-Wert (‚Ingress Protection‘) beschreibt die Schutzklasse  eines elektronischen Geräts in Sachen Fremdkörper (z.B. Staub) und Wasser. Die Herstellerangaben differieren zwischen IPX- und IP-Werten.  Ein zweistelliger IP-Wert gibt Aufschluss über die Schutzklasse des Geräts gegenüber Fremdkörpereinwirkung sowie Wasserdichtigkeit. Die erste Ziffer gibt Aufschluss über die Schutzklasse gegen das Eindringen von Fremdkörper wie Staub. Die zweite Ziffer definiert die Dichtigkeit gegen Wassereinbruch.

Beispiel: Ist ein Wert von IP69 angegeben, bedeutete dies einen vollständigen Schutz gegen Fremdkörper und Wasser bis hin zu Hochdruck- und Dampfreinigung.

  • IP0X – 4X -entweder kein Schutz (0) oder gegen Fremdkörper zwischen 50 und 1mm
  • IP5X – geschützt gegen Staub in schädigender Menge
  • IP6X – staubdicht
  • IPX0 – kein Schutz vor Tropfwasser – nicht empfehlenswert bei Regen
  • IPX4 – geschützt vor Spritzwasser
  • IPX5 – geschützt vor Strahlwasser
  • IPX6 – geschützt vor starkem Strahlwasser
  • IPX7 – geschützt bei Eintauchen bis zu 30 Minuten bei max. 1m Wassertiefe
  • IPX8 – geschützt bei Eintauchen auf unbestimmte Zeit
  • IPX9 – geschützt bei Eintauchen und gegen Hochdruck-/Dampfstrahlreiniger

 

THRUELEMENTS ist ein Blog und Mag mit Erfahrungsberichten aus Training, Wettkampf und Abenteuer rund um Trailrunning und Fastpacking. Tests und Produktvorstellungen runden das kostenfreie Angebot ab.

© 2023-2024 All Rights Reserved. Designed and Developed by NinjaCon

Translate »